Schwerpunkt Wasserstress: Bewässerungsanlage im Weinbau

Ertragsoptimierung und -prognose

Obstbaubetriebe stehen vor einem doppelten Spagat: Hohe Klima- und Produktionsrisiken – und zugleich der Bedarf an präziser Planung von Arbeitsspitzen, Ausdünnung und Vermarktung. Digitale Verfahren zur Erfassung von Entwicklungsstadien und Fruchtparametern werden daher intensiv vorangetrieben; Fachbeiträge zeigen, dass automatisiertes Fruchtmonitoring als Grundlage für präzisere Prognosen und teilflächenspezifische Maßnahmen an Bedeutung gewinnt. UC4 überführt diesen Bedarf in einen praxisnahen Ansatz.

Einordnung

Im Obstbau fehlen bislang durchgängige, digitale und objektive Erfassungen von Entwicklungsstadien und Fruchtgrößen. Dadurch bleiben Ertragsprognosen unsicher, die Planung wichtiger Arbeitsgänge wird erschwert und eine gezielte Bestandssteuerung ist nur eingeschränkt möglich. Zusätzlich sind Bestände häufig heterogen aufgestellt – etwa durch Alternanz – was eine homogene Bewirtschaftung weiter verkompliziert. Für Betriebe bedeutet das: Entscheidungen zu Ausdünnung, Arbeitskräfte- und Erntelogistik basieren oft auf Stichproben und Erfahrung, obwohl der Nutzen kontinuierlicher Bestandsdaten hoch wäre.

Was wir im Use Case tun

Der Use Case kombiniert Feldsensorik, Kameras, Drohnendaten und Bildklassifikationsmodelle, um BBCH-Stadien, Fruchtansätze und Bestandsstrukturen digital zu erfassen. Auf Basis dieser Informationen werden Maßnahmenkarten erstellt – beispielsweise für die Blütenausdünnung. Die Ergebnisse werden praxisgerecht visualisiert, in bestehende Systeme der Praxispartner integriert und gemeinsam mit ihnen evaluiert. So soll sichtbar werden, wie sich Aufwand, Datenqualität und Skalierbarkeit in der Praxis verhalten – und wie stark sich Prognosen und Bestandsführung objektiv verbessern lassen.

Ansprechpartner:

Maximilian Nerlich

Universität Leipzig

nerlich@wifa.uni-leipzig.de

Praxispartner:

Obstland AG

Dürrwitzschen